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Die Sokal- und Grievink-Affäre

Die beiden Wissenschaftler Alan Sokal und das Team von Peter Boghossian, James Lindsay und Helen Pluckrose sind bekannt dafür, absichtlich unsinnige, gefälschte Studien in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht zu haben, um die Qualität des Peer-Review-Prozesses zu testen und auf Schwächen in bestimmten Disziplinen aufmerksam zu machen.

Alan Sokal (1996, Sokal-Affäre)

Alan Sokal, ein Physiker der New York University, veröffentlichte 1996 einen absichtlich nonsensischen Artikel in der renommierten Social Text, einer interdisziplinären Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft. Der Titel des Artikels lautete:

„Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity“

Der Artikel enthielt eine Mischung aus bedeutungslosem Fachjargon, die den Eindruck erweckte, es handele sich um eine ernsthafte wissenschaftliche Arbeit, die Physik und Postmoderne vereinen sollte. Später gab Sokal zu, dass er damit die Qualität des Peer-Review-Prozesses testen wollte, da er befürchtete, dass in einigen Disziplinen pseudowissenschaftliche Ideen nicht ausreichend hinterfragt werden.

Empfohlene Lektüre: Alan Sokals Buch „Beyond the Hoax: Science, Philosophy and Culture“ (2008) bietet eine detaillierte Erklärung des Experiments.

Peter Boghossian, James Lindsay und Helen Pluckrose (2018, Grievink-Affäre)

Im Jahr 2018 begannen die drei Wissenschaftler Peter Boghossian, James Lindsay und Helen Pluckrose ein noch weitreichenderes Experiment, das als „Grievink-Affäre“ bekannt wurde. Ihr Ziel war es, absichtlich gefälschte, ideologisch motivierte und unsinnige Artikel in sozialwissenschaftlichen Zeitschriften zu veröffentlichen, um die Qualität des Peer-Review-Prozesses auf die Probe zu stellen.

Einige der bekanntesten gefälschten Studien, die sie einreichten, beinhalteten:

  • „The Conceptual Penis as a Social Construct“ – Dieser Artikel, der in der Cogent Social Sciences veröffentlicht wurde, behauptete, dass der Penis als soziales Konstrukt betrachtet werden könne. Er wurde später zurückgezogen.
  • „Human Reactions to Rape Culture and Queer Performativity at Urban Dog Parks in Portland, Oregon“ – Diese Studie behandelte das Thema „Vergewaltigungskultur“ und „queere Performativität“ anhand von Hundefreilaufzonen und wurde in der Gender, Place & Culture Zeitschrift veröffentlicht.
  • „The Gendered Brain: Implications for Transgender Ideology“ – Ein weiterer kritischer Artikel zu intersektionalen Gender-Diskursen, der ebenfalls in einer sozialwissenschaftlichen Zeitschrift akzeptiert wurde.

Diese Studien wurden durch den Peer-Review-Prozess der Zeitschriften akzeptiert, was die Schwächen in der wissenschaftlichen Methodik und die Verwässerung des Peer-Review-Prozesses in einigen Disziplinen offenlegte. Einige der Artikel wurden später zurückgezogen, als das Experiment ans Licht kam.

Wichtigkeit der Peer-Review-Kritik

Beide Fälle – die Sokal-Affäre und die Grievink-Affäre – werfen ein wichtiges Licht auf die Qualität des Peer-Review-Prozesses und die Notwendigkeit, wissenschaftliche Integrität und Methodik kritisch zu hinterfragen. Besonders im Bereich der Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften zeigte sich, dass ideologische Ausrichtungen und politische Tendenzen manchmal wichtiger waren als die wissenschaftliche Validität der Studien.

Weitere Quellen:

  • Das Buch von James Lindsay und Helen Pluckrose: „Cynical Theories: How Activist Scholarship Made Everything About Race, Gender, and Identity—and Why This Harms Everybody“ (2020), in dem die Theorien und das Experiment detailliert beschrieben werden.
  • Berichterstattung in großen Medien wie The Guardian, The Atlantic und New York Times zur Grievink-Affäre.
  • Websites wie die Heterodox Academy bieten weiterführende Informationen und Diskussionen zu den Affären und ihrer Bedeutung für die Wissenschaft.

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2 Kommentar(e)

Analysator
Sonntag, 19. Oktober 2025 01:29

Im Telegramm Stil - erste Klasse!
Macht neugierig und als Schnelleinstieg sehr gut - vielen Dank!

TIME March 1, 1937
Montag, 20. Oktober 2025 18:24

Der Artikel dazu aus der Times von 1970
https://time.com/archive/6756606/science-hydroponics/

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